Kabellängen-Rechner

Aus dem Gewicht die Kabellänge bestimmen – mit jeder Waage.

Geschätzte Länge

m

Gewicht eingeben, um die Länge zu berechnen.

Das Problem: Wie viel Kabel ist noch auf der Rolle?

Fast jede Elektriker-Werkstatt kennt das Bild: angefangene Spulen im Lager, Restlängen von der letzten Baustelle, und niemand weiß mehr genau, wie viele Meter noch drauf sind. Abwickeln und mit dem Maßband messen kostet Zeit, braucht zwei Leute, und am Ende sieht die Rolle aus wie nach dem Sturm. Professionelle Kabellängen-Messgeräte (optische oder Impuls-Längenmesser) liegen bei mehreren hundert Euro und rentieren sich erst bei großen Lagerbeständen.

Die Folge: Es wird geschätzt. Mal reicht das Kabel auf der Baustelle, mal fährt man nochmal in den Großhandel – und bestellt sicherheitshalber eine Rolle zu viel.

Die Lösung: Eine einfache Waage reicht

Statt zu messen, wird gewogen. Jedes standardisierte Installationskabel hat ein genau spezifiziertes Gewicht pro Meter. Die Hersteller veröffentlichen diese Werte in ihren Datenblättern, und für die gängigen Bauformen nach österreichischem und europäischem Standard bewegen sie sich in engen Toleranzen. Aus dem Gesamtgewicht lässt sich die Länge direkt zurückrechnen.

An Waage reicht:

  • Küchenwaage (ab ca. 10 €) für kleine Reststücke bis ungefähr 5 kg
  • Paket- oder digitale Hängewaage (ab ca. 30 €) für ganze Spulen
  • Jede Werkstatt- oder Baustellenwaage mit Anzeige in Gramm oder Kilogramm

Spule aufs Gerät, Gewicht ablesen, Kabeltyp im Rechner auswählen – fertig. Kein Abwickeln, kein Neu-Aufwickeln, kein Verknoten.

So funktioniert die Berechnung

Die Formel ist trivial:

Länge (Meter) = Gesamtgewicht (kg) ÷ Gewicht pro Meter (kg/m)

Ein 3×1,5-mm²-Mantelkabel in Standardausführung wiegt beispielsweise 0,135 kg pro Meter. Eine volle 100-m-Rolle bringt damit rund 13,5 kg auf die Waage. Umgekehrt: 6,75 kg auf der Spule bedeuten ca. 50 m Restkabel.

Der Rechner kennt die Gewichte der meistverbauten Leitungen in Österreich:

  • Mantelleitung (YM-J, für Innenverlegung)
  • Halogenfreie Leitung (NHXMH-J, raucharm / B2ca)
  • Erdkabel (NYY-J, Erdverlegung und Wallbox-Anschluss)
  • Aderleitung für Rohrverlegung (H07V-U starr, H07V-K flexibel)
  • Netzwerkkabel (Cat.7 S/FTP Simplex und Duplex)
  • Fernmelde- und Brandmeldeleitung (J-Y(St)Y)

Wie genau ist das Ergebnis?

Genauer, als man vermutet. Die Fertigungstoleranzen der einzelnen Kabeltypen reichen von ±2 % bei einfachen Aderleitungen bis ±12 % bei schweren mehrdrähtigen Mantelleitungen. Ursachen sind Schwankungen im Kupferquerschnitt, in der Mantelwandstärke und beim Schirmaufbau.

Konkret: Eine berechnete 100-m-Rolle liegt je nach Kabel tatsächlich zwischen ungefähr 88 und 112 m. Der Rechner zeigt den Toleranz-Bereich deshalb immer mit an. Für Lagerinventur, Baustellenplanung und Einkaufsentscheidungen ist das mehr als ausreichend.

Nicht geeignet ist die Methode für Kundenrechnungen oder Abrechnungen nach Meter – dort bleibt die physische Messung oder die aufgedruckte Metermarkierung auf der Spule die Referenz.

Häufige Fragen

Welche Waage brauche ich für den Kabellängen-Rechner?
Jede Waage mit einer Anzeige in Gramm oder Kilogramm reicht. Für kleine Reststücke unter 5 kg ist eine handelsübliche Küchenwaage genau genug. Für ganze Spulen (10–50 kg) empfiehlt sich eine digitale Paket- oder Hängewaage. Beide bekommst du im Baumarkt für 20–40 Euro – deutlich günstiger als ein professionelles Kabel-Längenmessgerät.
Wie genau ist das Ergebnis wirklich?
Die berechnete Länge liegt je nach Kabeltyp innerhalb von ±2 % bis ±12 % der tatsächlichen Länge. Aderleitungen (H07V) sind am genauesten, schwere mehrdrähtige Mantelleitungen ab 16 mm² am ungenauesten. Der Rechner zeigt den Toleranz-Bereich immer mit an. Für Lagerinventur und Baustellenplanung reicht das – für Kundenabrechnungen nach Meter musst du nach wie vor physisch messen.
Warum sind die Toleranzen unterschiedlich?
Das Gewicht pro Meter schwankt durch Fertigungstoleranzen: dünne Aderleitung hat eine sehr gleichmäßige Kupferseele und damit nur ±2 % Streuung. Bei dicken Mantelleitungen kommen Mantelwandstärke, Füllmaterial und mehrdrähtige Litze dazu – das addiert sich auf bis zu ±12 %. Bei Cat.7-Netzwerkkabeln sorgen Schirmaufbau und Folien für zusätzliche Streuung.
Muss ich die leere Spule abziehen?
Ja, sonst rechnest du den Spulenkern als Kabel mit. Pro-Tipp: wieg jede leere Spule einmal und schreib das Leergewicht mit Filzstift auf den Flansch. Beim nächsten Wiegen einfach abziehen – spart Zeit und ist exakter, als die Spule erst leer zu machen.
Funktioniert die Methode auch bei feuchten oder verschmutzten Kabeln?
Wasser, Erde oder Bauschutt verfälschen das Gewicht und damit das Ergebnis. Bei nass gewordenen Spulen erst trocknen lassen, grobe Verschmutzungen abwischen. Bei normalem Baustaub auf dem Mantel kannst du den Fehler in der Regel ignorieren – das liegt im einstelligen Promille-Bereich.
Welche Kabel kennt der Rechner?
Aktuell 27 in Österreich gängige Installationskabel: Mantelleitungen YM-J (3×1,5 bis 5×16 mm²), halogenfreie NHXMH-J in Cca und B2ca, Erdkabel NYY-J (3×1,5 bis 5×25 mm²), Aderleitungen H07V-U starr und H07V-K flexibel (1,5 und 2,5 mm²), Cat.7-Netzwerkkabel S/FTP Simplex und Duplex, Fernmeldeleitung J-Y(St)Y und Brandmeldekabel.
Mein Kabel ist nicht in der Liste – was tun?
Wenn der genaue Typ fehlt, kannst du ein vergleichbares Kabel mit gleichem Querschnitt und ähnlichem Aufbau wählen – das Ergebnis liegt meist im Toleranzbereich. Für eine präzise Berechnung das Datenblatt des Herstellers heranziehen: dort steht das exakte Gewicht pro Meter. Wenn dir ein häufig verwendetes Kabel fehlt, sag uns Bescheid – wir nehmen es gerne in die Liste auf.
Funktioniert der Rechner auch umgekehrt – Länge zu Gewicht?
Aktuell rechnet das Tool nur in Richtung Gewicht → Länge. Wenn du wissen willst, was eine bestimmte Länge wiegt: einfach das angezeigte Gewicht pro Meter mal die gewünschte Meterzahl. Eine 100-m-Rolle 3×1,5-mm² wiegt zum Beispiel rund 13,5 kg, eine 50-m-Rolle entsprechend 6,75 kg.
Kann ich das Ergebnis für Kundenrechnungen verwenden?
Nein. Für Abrechnungen nach Meter ist die berechnete Länge zu ungenau – da musst du physisch messen oder die aufgedruckte Metermarkierung der Spule heranziehen. Sinnvoll ist die Methode für Lagerinventur, Baustellenplanung, Einkaufsentscheidungen und die Frage „Reicht das Reststück noch?“.
Werden meine Eingaben gespeichert oder übertragen?
Nein. Der gesamte Rechner läuft komplett im Browser, niemand bekommt deine Eingaben zu sehen. Keine Cookies, kein Tracking, kein Server-Roundtrip. Du kannst die Seite auch offline nutzen, sobald sie einmal geladen ist.