Kabelquerschnitt-Rechner

Strom oder Leistung, Länge und Verlegeart – sofort den passenden Mindestquerschnitt.

2 Last
A
3 Strecke
max. Spannungsfall
%
Material

Empfohlener Mindestquerschnitt

mm²

Werte eingeben, um den Querschnitt zu berechnen.

So funktioniert die Berechnung

Der richtige Kabelquerschnitt ergibt sich aus zwei Bedingungen, die beide gleichzeitig erfüllt sein müssen:

  • Strombelastbarkeit: Das Kabel muss den fließenden Strom dauerhaft tragen können, ohne thermisch zu überlasten. Die zulässige Strombelastbarkeit hängt von Querschnitt, Material und vor allem von der Verlegeart ab – je besser die Wärme abfließt, desto mehr Strom kann das Kabel führen.
  • Spannungsfall: Über die Kabelstrecke fällt Spannung am ohmschen Widerstand der Adern ab. Je länger das Kabel und je höher der Strom, desto größer der Verlust. Damit Geräte zuverlässig funktionieren, darf am Verbraucher nicht zu wenig Spannung ankommen.

Der Rechner prüft beide Bedingungen einzeln und gibt den größeren der beiden Mindestquerschnitte als Empfehlung aus – plus die Info, welche der beiden Bedingungen gerade der Engpass ist.

Die Spannungsfall-Formel

Vereinfacht für AC einphasig und DC (Hin- und Rückleiter):

ΔU = (2 × I × L × cos φ) ÷ (γ × A)

Für Drehstrom (symmetrische Last, drei Leiter):

ΔU = (√3 × I × L × cos φ) ÷ (γ × A)

mit I = Strom (A), L = Länge (m), γ = Leitwert (56 für Kupfer, 35 für Aluminium, jeweils in m/(Ω·mm²)) und A = Querschnitt (mm²). Bei DC entfällt cos φ.

Schritt für Schritt

  1. Stromart wählen

    230 V einphasig für den klassischen Endstromkreis, 400 V Drehstrom für Maschinen und größere Verbraucher, DC 12/24/48 V für PV-, Batterie- oder KFZ-Systeme.

  2. Last eingeben

    Entweder als Strom in Ampere (z. B. von Typenschild oder Sicherungsgröße) oder als Leistung in Watt. Bei AC ggf. cos φ anpassen (Motoren ≈ 0,85).

  3. Länge und zulässigen Spannungsfall festlegen

    Die einfache Strecke vom Verteiler zum Verbraucher. Bei Beleuchtung 3 %, bei Steckdosen und Maschinen 5 % – oder den vom Netzbetreiber/Planer vorgegebenen Wert eintragen.

  4. Verlegeart und Material wählen

    Wie ist das Kabel verlegt? Im Rohr unter Putz (B1/B2), direkt in der Wand (C), frei auf der Pritsche (E) oder im Erdreich (D)? Material in der Regel Kupfer; Aluminium nur bei größeren Hauptzuleitungen.

Quellen & Normgrundlage

Die verwendeten Formeln und Tabellenwerte stammen aus den Standardquellen der Elektrotechnik. Wer das Ergebnis nachvollziehen oder gegen die Norm prüfen will:

  • Spannungsfall-Formel (Näherung nach DIN VDE 0100-520): Wikipedia: Spannungsabfall. Hinweis: Wikipedia rechnet ΔU pro Strang (Faktor b = 1 für Drehstrom), wir rechnen ΔU als verkettete Spannung (Faktor √3) – mathematisch äquivalent, da der zulässige Spannungsfall in Prozent auf dieselbe Bezugsspannung wirkt.
  • Leistungsformeln (P = U·I·cos φ ein-/dreiphasig): Wikipedia: Elektrische Leistung und Wikipedia: Drehstrom. Zum Leistungsfaktor: Wikipedia: Leistungsfaktor (cos φ).
  • Leitwert γ = 56 m/(Ω·mm²) für Kupfer, 35 für Aluminium. Das sind die Standardwerte für Leitkupfer bzw. Leitaluminium nach DIN VDE 0276, wie sie in allen Praxis- und Spannungsfall-Tabellen verwendet werden. Die physikalisch reinen Werte (Cu 58, Al 37) liegen etwas höher – siehe Wikipedia: Elektrische Leitfähigkeit.
  • Standard-Querschnittsreihe 1,5 / 2,5 / 4 / 6 / 10 … mm²: IEC 60228.
  • Strombelastbarkeit (Cu, 30 °C, drei belastete Adern, Verlegearten B1/B2/C/D/E): DIN VDE 0298-4 (Deutschland, beim VDE Verlag) bzw. die parallele Reihe ÖVE/ÖNORM E 8001 (Österreich, bei Austrian Standards). Beide Normen sind kostenpflichtig. Hintergrund-Lektüre frei verfügbar: Wikipedia: Strombelastbarkeit.
  • Spannungsfall-Grenzwerte 3 % / 5 %: Faustwerte aus ÖVE/ÖNORM E 8001-1 (3 % für Beleuchtungs-, 5 % für Steckdosenstromkreise und feste Verbraucher).

Häufige Fragen

Welche Querschnitte kennt der Rechner?
Die Standardreihe von 1,5 mm² bis 120 mm²: 1,5 – 2,5 – 4 – 6 – 10 – 16 – 25 – 35 – 50 – 70 – 95 – 120 mm². Das deckt nahezu alle Anwendungen in Wohn-, Gewerbe- und Werkstattinstallationen ab. Liegt das Ergebnis über 120 mm², gehört die Auslegung in fachkundige Hände – inkl. Berücksichtigung von Häufung, Umgebungstemperatur und Schutzorgan-Charakteristik.
Worin unterscheiden sich die Verlegearten?
Die Verlegeart bestimmt, wie gut das Kabel Wärme an die Umgebung abgeben kann – und damit, wie viel Strom es dauerhaft tragen darf. B1 (Aderleitung im Rohr) und B2 (Mantelleitung im Rohr) sind die typischen Hausinstallationen unter Putz. C (direkt an oder in der Wand, ohne Rohr) erlaubt höhere Belastbarkeit, weil die Wärme besser abfließt. E (frei in Luft, z. B. Kabelpritsche) ist am günstigsten thermisch. D (im Erdreich) profitiert von der gleichmäßigen Bodentemperatur. Die Werte im Rechner gelten für Kupfer, 30 °C Umgebungstemperatur und drei belastete Adern.
Warum springt das Ergebnis bei längeren Strecken auf einen größeren Querschnitt?
Mit zunehmender Länge wird der Spannungsfall zum Engpass, nicht mehr die Strombelastbarkeit. 16 A auf 5 m kommen mit 1,5 mm² problemlos aus. Bei 30 m auf 230 V fällt aber an dünnem Querschnitt zu viel Spannung ab – am Verbraucher kommen dann statt 230 V nur noch 215 V an. Der Rechner zeigt deshalb immer beide Begrenzer und nimmt den größeren Querschnitt.
Wann sind 3 % zulässig, wann 5 %?
Faustregel aus ÖVE/ÖNORM E 8001: 3 % für Beleuchtungsstromkreise (sonst sichtbares Flackern, ungleichmäßige Helligkeit), 5 % für Steckdosen und feste Verbraucher. Bei langen Zuleitungen zu Verteilern darf der gesamte Spannungsfall vom Übergabepunkt bis zum Verbraucher in Summe meist 4 % nicht überschreiten. Im Zweifel mit dem Anschlussvertrag des Energieversorgers gegenchecken.
Was ist cos φ und wann muss ich ihn anpassen?
Der Leistungsfaktor gibt an, wie viel der scheinbar bezogenen Leistung tatsächlich als Wirkleistung umgesetzt wird. Bei rein ohmschen Lasten (Heizung, Glühlampe, Wasserkocher) ist cos φ = 1. Drehstrommotoren und induktive Verbraucher liegen typisch bei 0,85; alte Leuchtstoffanlagen bei 0,5–0,7. Wenn du den Strom (Ampere) direkt eingibst, ist cos φ für die Spannungsfall-Rechnung trotzdem relevant – die Spannung fällt nur an der Wirkkomponente messbar ab.
Kann ich den Rechner für PV-, Batterie- oder KFZ-Verkabelung nutzen?
Ja, dafür den DC-Modus wählen (12 V, 24 V, 48 V). Bei DC ist der Spannungsfall fast immer der Begrenzer, weil die Spannung niedrig ist und schon kleine Verluste prozentual stark ins Gewicht fallen. Für 12-V-Systeme im Fahrzeug oder am Wechselrichter-Eingang lohnt es sich, eher mit 1–2 % zulässigem Spannungsfall zu rechnen. PV-Strings auf der DC-Seite folgen eigenen Normen (z. B. ÖVE/ÖNORM E 8014) – der Rechner liefert hier nur einen ersten Anhaltspunkt.
Aluminium statt Kupfer – wann sinnvoll?
Aluminium wird vor allem bei großen Querschnitten (ab 25 mm²) und langen Strecken zur Hauptzuleitung wirtschaftlich interessant – das Material ist deutlich günstiger als Kupfer. Dafür braucht es einen ca. 27 % größeren Querschnitt für die gleiche Strombelastbarkeit. Bei kleinen Querschnitten in der Verteilung oder am Endstromkreis ist Kupfer fast immer die richtige Wahl: einfacher zu verarbeiten, kleinere Klemmen, höhere Festigkeit.
Ersetzt das Ergebnis eine normgerechte Auslegung?
Nein. Der Rechner arbeitet mit den anerkannten Faustwerten aus DIN VDE 0298-4 / ÖVE-EN 1 bei 30 °C Umgebungstemperatur und drei belasteten Adern. Reduktionsfaktoren bei Häufung, höheren Temperaturen, Wärmedämmung oder besonderen Verlegebedingungen sind nicht berücksichtigt. Die Abstimmung mit dem vorgelagerten Schutzorgan (Kurzschluss-, Überlast-, Personenschutz nach Norm) liegt ebenfalls beim Planer. Vor Inbetriebnahme gehört jede Auslegung von einer Elektrotechnikerin oder einem Elektrotechniker geprüft.
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